Kleine Schritte zum Ziel

Über kleine Schritte zum Ziel. Es muss nicht immer der klare Schnitt sein. Das Aussteigen. Eremit werden. Es geht auch ein paar Nummern kleiner – auch wenn das vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit braucht. Klar, eine große Veränderung, einen richtigen Neustart kann man nicht so leicht übersehen. Der knallt sozusagen. Da weiß man: Hier ist etwas zu Ende und genau jetzt beginnt etwas Neues. Nimmt man eher die kleinen Schritte, ist das nicht so leicht zu sehen. Die großen Eckpfeiler bleiben dieselben: dieselbe Stadt, dasselbe Haus, derselbe Partner, derselbe Job, was auch immer. Man schmeißt nicht alles hin und beginnt mit einer neuen weißen Seite.

Mit kleinen Schritten geht es eher darum, Dinge, die nicht (mehr) passen, nach und nach zu verändern und mehr Raum zu geben, für die, die einem wirklich wichtig sind. Und so schleicht sich manchmal klammheimlich die große Veränderung ein, die man sich so sehr gewünscht hat, ohne großen Knall und ohne Konfetti. Da schaut man perplex auf die Ziele, die man sich vor einem halben Jahr gesetzt hat und stellt erschrocken fest, dass man längst zehn Meter weiter ist – ohne das gebührend gefeiert zu haben! Der Geist ist noch im Glauben, dass alles wie immer ist und schrecklich genug. Er ist manchmal ziemlich träge und sieht, was er eben sieht.

Es sei denn: Man richtet den Blick gezielt auf die kleinen Dinge, die man verändert. Die kleinen Chancen, die man bereits genutzt hat, stetig nutzt. Dafür kann es hilfreich sein, zu dokumentieren, was man erreicht hat. Es reicht schon ein Foto: von den schlammigen Laufschuhen, dem Kaffee in der Sonne, vom Veranstaltungsraum nach der gelungenen Veranstaltung. – Eine persönliche „Hall of Fame“ sozusagen. In stressigen Zeiten oder wenn einen mal wieder das Gefühl überkommt, keinen Schritt weitergekommen zu sein und nichts umzusetzen, blendet man die Erfolge gerne aus. Die kleinen Schritte sind plötzlich nicht mehr der Rede wert, viel zu selten, kaum vorhanden, zählen einfach nicht. In solchen Momenten hilft es, sich mit der Hall of Fame diese Momente ins Gedächtnis zu rufen, die einen glücklich machen, auf die man stolz ist: Gelungene Projekte, vor denen man größten Respekt hatte, herausfordernde Situationen, die man gut gemeistert hat, Stunden oder Tage, die man mit Freunden in schöner Umgebung verbracht hat. Und plötzlich stellt man fest, dass das gar nicht mal so wenige kleine Schritte waren – und in Summe schon ein ganz schöner Schritt.

So klappt Veränderung mit den kleinen Schritten: In den Momenten, in denen man das Gefühl hat, nicht vorwärts zu kommen, hilft es sehr, sie sich vor Augen zu führen. Wenn man erstmal anfängt hinzuschauen, dann finden sich deutlich mehr als man denkt. Und plötzlich ist man längst am Ziel und zehn Meter weiter.

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