Halbzeitpause

Gerade jetzt ist ein guter Moment zum Durchatmen. Passend zum Beginn der Sommerferien – und das Wetter drängt einen auch nicht zu aufdringlich zu irgendwelchen Aktivitäten, wie zum See zu fahren, ins Freibad oder Grillfeste zu veranstalten. Es hat mit dem herbstlichen Anklang etwas Träges und was von Vergänglichkeit. Die Mitte des Jahres ist überschritten, die Rosen gerade alle verblüht und die Farben lassen schon was vom Herbst erahnen. Diese Zeit ist für mich eine Art Übergang, fast eine ähnliche Zeit wie zwischen den Jahren. Der Juli trennt das erste Halbjahr vom zweiten: Wo es im ersten um Vorbereitung ging, um Aufbau, Wachstum und Entfaltung, geht es im zweiten um das Ernten. Darum, die Früchte der Arbeit einzusammeln und zu genießen, Vorräte anzulegen und sich auf die dunklere Zeit, die kommt, einzustellen. Es ist nicht mehr die Zeit des großen Pläneschmiedens. Es ist Zeit, auf Erreichtes zu schauen, Erfolge zu würdigen und Rückschläge, Misserfolge und Abschiede zu betrauern. Bilanz zu ziehen und sich gedanklich auf die zweite Halbzeit vorzubereiten:

  • Was ist bis jetzt schon gelungen in diesem Jahr?
  • Was habe ich angestoßen, gelernt und entwickelt?
  • Was trägt Früchte, welche kann ich schon ernten und was braucht noch Pflege?
  • Was möchte ich behalten und mitnehmen?
  • Wovon will ich mich trennen und was lasse ich zurück?
  • Was möchte ich feiern und auf welche Art?
  • Was möchte ich in der zweiten Jahreshälfte erleben?
  • Und wie möchte ich ihr begegnen?

Egal, ob man Frage für Frage beantworten mag oder bloß die, die einen ansprechen, ob man die Antworten festhält, vielleicht die wichtigsten in einem schönen Glas haltbar macht, oder die Fragen einfach wirken lässt – es gibt etwas, das gerade noch wichtiger ist: Die Trägheit zu nutzen. Die Füße hochzulegen, in Ruhe in der Hängematte zu schaukeln, auf einer Bank zu sitzen, ins Kornfeld zu schauen und es gut sein zu lassen. Gut, so wie es ist. Gut, so wie man selbst gerade ist. Einfach gut so.

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